Gymnasium Bergschule St. Elisabeth |  Heiligenstadt Thüringen

                    

 

 

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Deutsch Inhaltsangabe


Inhaltsangabe (Sachtexte und Erzähltexte)

Wozu braucht man eigentlich Textzusammenfassungen und Inhaltsangaben?

1. Es gibt immer wieder Situationen, in denen Menschen keine Zeit haben zu lesen. Aber sie müssen oder wollen gerne wissen, was in einem Text steht. Dann können sie entscheiden, ob es sich für sie lohnt diesen Text ganz zu lesen oder nicht. Das gilt besonders für lange Sachtexte, die z.B. nicht jedem Spaß machen zu lesen. Denke daran, wieviel du z.B. allein für ein Referat lesen musst oder an den Stoff, den du nachholen musst, wenn du mal länger krank warst.

2. Irgendjemand muss diese Inhaltsangaben schreiben. Und der muss es auch können. Einer chaotischen und oberflächlichen Auswahl von Informationen über einen Text kann keiner vertrauen. 

3. Wenn du jetzt lernst, Inhaltsangaben zu schreiben, dann hat das natürlich auch den Vorteil, dass deine Lehrer schnell sehen können, ob du den Text gründlich gelesen und auch richtig verstanden hast.

Und nun in 7 Schritten zum Erfolg:


1. Lies den Text einmal ganz durch, damit du weißt, um was es sich überhaupt handelt.


2. Teile den Text in Sinnabschnitte auf, indem du durch Striche oder Haken im Text markierst, wann ein neuer Gedanke beginnt (gilt für Sachtexte) oder wenn sich etwas verändert (gilt für Erzähltexte: Ort, Personenkonstellation oder auch Gedankenführung kann sich verändern)


3. Jetzt kommt das Allerallerschwerste:

Unterstreiche den wichtigsten Satz/ das wichtigste Satzteil/ den Teil des Abschnitts, der für dich die zentrale neue Information enthält. Dazu musst du über jeden der von dir markierten Absätze ein bisschen nachdenken und dich fragen: welche neuen Fakten erfahre ich hier?

Suche danach für jeden Abschnitt eine kurze treffende Überschrift im Telegrammstil und schreibe sie neben den Abschnitt. 
Das ist deshalb schwer, weil du nicht einfach den Text wiederholen sollst, die Überschrift aber auch nicht zu allgemein sein soll und auch noch nicht interpretieren darf.

Beispiel:
"Eltern und Menschen im Allgemeinen verhalten sich bei diesem Thema (gemeint sind 'sexuelle Dinge') sehr eigenartig. Statt dass sie sowohl ihren Mädchen als auch ihren Jungen von zwölf Jahren alles erzählen, werden Kinder bei solchen Gesprächen aus dem Zimmer geschickt und dürfen selbst sehen, wo sie ihre Weisheit herbekommen. Wenn die Eltern dann später entdecken, dass ihre Kinder doch etwas erfahren haben, nehmen sie an, dass ihre Kinder mehr oder weniger wissen, als tatsächlich wahr ist. Warum versuchen sie dann nicht noch, das Versäumte nachzuholen, und fragen, wie es damit steht?......"(Tagebuch der Anne Frank, S. 216, Ffm 2002)

In dem Beispiel sind die zentralen Aussagen unterstrichen. An den Rand kannst du jetzt eine Überschrift schreiben wie: "Eltern A.'s und Aufklärung " oder " A's Eltern lassen Kinder bei Aufklärung allein".

Nicht so hilfreich sind Überschriften wie "Mädchen und Jungen dürfen selbst sehen, woher sie ihre Weisheit bekommen" (=zu nah am Text) oder "Ich finde es nicht gut, dass Annes Eltern sie nicht aufgeklärt haben" (=eigene Meinung, hat in der Inhaltsangabe nichts zu suchen) oder "Kinder wissen immer mehr, als die Eltern glauben" (=zu allgemein) oder "Kinder müssen aufgeklärt werden" (=eigene Meinung und zu allgemein).


4. Formuliere nun den ersten Satz deiner Inhaltsangabe. 
So wie beim Tanzen der erste Schritt wichtig ist, so ist auch bei der Inhaltsangabe der 
erste Satz wichtig, denn der Leser erfährt hier, was ihn im Folgenden erwartet: die kurze Wiedergabe des Inhalts eines längeren Textes und Angaben zum Text insgesamt.

Der erste Satz soll möglichst folgende Informationen enthalten:

  • Titel des TextesName des Autors

  • Jahr

  • möglichst Thema und Textsorte

Beispiel:
"In dem Textausschnitt aus dem Tagebuch der Anne Frank, der im  Jahr 1944 geschrieben wurde,  geht es um das Thema Aufklärung...."


5. Als nächstes formulierst du deine Überschriften der Reihe nach mit deinen eigenen Worten zu ganzen Sätzen um - und schon ist deine Inhaltsangabe vollständig.
(Bei längeren Texten fasst man stärker zusammen, als es in unserem Beispiel gezeigt ist.)

unser Beispiel:
"... Anne Frank beschreibt, wie die Aufklärung in ihrer Familie abgelaufen ist. Bei diesem Thema hätten die Eltern ihre Kinder völlig allein gelassen. Nach Annes Meinung müssten die Eltern die Kinder besser aufklären..."


6. Stopp:
Sicher ist dir aufgefallen, dass im Beispielsatz unter 5 der Konjunktiv benutzt wurde. 
Der Konjunktiv ist wichtig, wenn du den Inhalt eines Textes, der nicht von dir stammt, schriftlich wiedergibst. Den Konjunktiv benutzen wir immer dann, wenn wir die Meinung einer anderen Person aufschreiben. 
Wenn wir die Meinung nur weitersagen, dann verzichten die meisten Menschen heute auf den Konjunktiv. 
Wenn du im Gebrauch des Konjunktiv nicht sicher bist oder die Formen nicht weißt, dann kannst du den folgenden link nutzen oder in deinem Sprachbuch nachschauen.

Konjunktiv in der indirekten Rede, Gebrauch und Übungen zu den Formen. 

http://www.osterbek.de/material/deutsch/indirekt/formen-2.htm


7. Fertig


 

 

          

11.05.2006
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