Glossar Religion

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Abschiedsreden Joh 14-16. Hier wird anschließend an das letzte Mahl die innige Beziehung Jesu zu den Jüngern thematisiert, aus der wiederum die Beziehung der Jünger durch den Sohn zum Vater entsteht, die durch Liebe gekennzeichnet ist. Im Mittelpunkt steht Jesus, der Sohn Gottes.
Ambo (griech. anabainein, hinaufsteigen); Ambo ist das Lesepult in einer Kirche, von dem aus der lektor, Priester, pastor Lesungen aus der Bibel oder Abkündigungen vornimmt. 
Anachronismus 
(griech. ana chronon, im Laufe der Zeit) Zustand oder Sachverhalt, der in eine Epoche verlegt wird, der er nicht angehört. 
Apokalypse,
Apokalyptik
(griech. apokalypsis, Offenbarung) nur literarisch fassbare Strömung im antiken Judentum seit dem 2. Jh. v. Chr., die den Zustand der Welt und Israels als so zerrüttet ansieht, dass eine totale Vernichtung und Neuschöpfung der Welt durch Gott zwingend ist.
Apophthegmata griech., Ausspruch, Form des Redestoffes der Evangelien. Nach Bultmann untergliedern sich die Apophthegmata in Streit- und Schulgespräche sowie biographische Apophthegmata.
Apostel (griech., Gesandter), Jünger Jesu, Bezeichnung für die vom auferstandenen Christus zur Verkündigung des Evangeliums Berufenen. (Lk)
arche griech., Anfang, Urgrund, Prinzip
Auferstehung zentrale Aussage des urchristlichen Kerygmas, grundlegend für die Entstehung der christl. Kirche, als hist. Ereignis umstritten.
Aussendungsrede Mt 10,5-16, auch Jüngerrede. Zweite der Fünf Reden des Mt. Nach der Berufung der Zwölf werden die Jünger ausgesendet "zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel" vgl.  Lk 10, 5-17 und Lk 9,1-5
Babylonische Gola (hebr. gola, Wegführung) Nach dem Untergang des Südreiches Juda wurden in mehreren Bewegungen Teile der jüdäischen Oberschicht aus Judäa weggeführt. Die bedeutendste Gruppe war die im Zweistromland angesiedelte sog. babylonische Gola; vgl. Diaspora.
Beffchen / Bäffchen Das Beffchen (Bäffchen, lat. biffa, „die Halsbinde“); im 17. Jahrhundert am Halsausschnitt getragenes 10–15 cm langes rechteckiges weißes Leinenstück. Bis heute fester Bestandteil der Amtstracht evangelischer Geistlicher; ursprünglich zum Schutz des Talares vor dem Bart des Geistlichen gedacht. 
Bergpredigt Erste der fünf Reden des Mt (Mt 5-7) vgl. Lk 6,20 - 49 ("Feldrede") Die Rede selbst beinhaltet neun Seligpreisungen, in denen geistliche Armut, Leid, Sanftmut, Hunger nach Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Herzensreinheit, Friedfertigkeit, Verfolgung, Schmähung "selig" gepriesen werden.
Beschneidung (griech. pertiome) Entfernung der Vorhaut (bzw. des Hymen) häufig als religiöser Initiationsritus ( Gen 17, 11).
Buch mit 7 Siegeln Das "Buch mit den sieben Siegeln", taucht im Visionsteil der Johannesoffenbarung auf. Das Öffnen jedes Siegels löst himmlische Ereignisse aus, die auf die Erde übergreifen. Nach dem Öffnen des siebten Siegels ist Stille.
Bundeslade wichtigster Kultgegenstand des alten Israel, in dem die Gesetzestafeln (Dekalog) des Alten Bundes aufbewahrt wurden, zunächst auf der Wüstenwanderung der 12 Stämme, dann im Allerheiligsten des salomonischen Tempels in Jerusalem.
Bundesschluss förmlicher Bundesschluss (Vertrag) zwischen Jahwe und dem Volk Israel am Sinai. Im Mittelpunkt der Überlieferung steht ein Gemeinschafts-Schlachtopfer, das durch den Blutritus abgeschlossen wird. Durch das Besprengen des Volkes mit Blut wird ein Blutsbund geschlossen, also ein Bund auf Leben und Tod. Vgl. Ex 24
Christologie Lehre von der Bedeutung Jesu. Theologische Reflexion über die Frage, inwieweit Jesus wahrer Mensch und zugleich wahrer Gott ist.
Christologische
Titel
oder Hoheitstitel
Würde oder Funktionsbezeichnungen für Jesus, die wichtige Aspekte der Bedeutung Jesu zum Ausdruck bringen sollen. Häufige Titel sind "Christus", "Herr" (kyrios), "Sohn Gottes" oder "Retter".
Christushymnus Phil 2,5-11. Paulus besingt in diesem liedähnlichen Text das Schicksal Christi. Der Text ist von außerordentlicher Bedeutung für die christliche Theologie. In ihm werden Präexistenz Christi, Gottessohnschaft, Erniedrigung, Kreuzestod und Erhöhung thematisiert. 
Codex (vermutlich lat. caudo, zuschlagen) ein durch das Zusammenheften gleichgroßer (beschriebener) Seiten entstehendes Textmedium, d.h. ein Buch im Gegensatz zur Schriftrolle.
Codex Petropolitanus
oder Leningradensis
Die wichtigste Handschrift des hebräischen Bibeltexts. Da Handschriften nach dem Ort (oder nach dem Besitzer oder Finder) benannt werden, an dem sie lagern, und der Codex L sich in ehemals Leningrad, heute Petersburg befindet, heisst er Codex Leningradensis oder Petropolitanus.
Damaskuserlebnis Berufung des Paulus. Ca. 32 n. Chr. wird Paulus bei Damaskus durch eine Erscheinung des auferstandenen Jesus Christus zum Apostel berufen (Gal 1,15-19; 1 Kor 15,8f).
davidische Dynastie,
Davididen
Dynastie, die von David begründet wird. Dieser wird König über den Stamm Juda und auch über die elf Nordstämme, die sich Israel nennen. Er erobert Jerusalem, überführt das Zentralheiligtum, die Bundeslade, dorthin und erreicht die Festigung seines Königtums. Die davidische Dynastie kann sich behaupten und hält den Jerusalemer Thron bis zum Exil (597 v. Chr.). 
Dekalog griech., zehn Worte; Bezeichnung der Zehn Gebote. Sie stehen im Alten Testament an zwei Stellen: Ex 20,1-17; Dtn 5, 6-21.
Deutero- (griech. deuteros, andere, zweite) bezeichnet als Präfix eine weitere, zweite Version eines Textes, einer Gattung (Deuteronomium: zweites Gesetz) oder einen anderen Verfasser als den genannten (Deuterojesaja: zweiter Jesaja).
Deuterojesaja Zweiter Teil des Buches des Propheten Jesaja. (Jes 40-55), unbekannter Verfasser, Entstehung zwischen 550 - 539 v. Chr.
Deuteronomium auch 5. Buch Mose. Das Buch Deuteronomium (gr. deuteros nomos= das zweite Gesetz; hebr. mischneh hatorah=Gesetzeswiederholung oder -abschrift) geht im Kern auf eine Gesetzessammlung zurück, die mit der Reform Israels unter Josia in den Jahren um 620 v. Chr. verbunden ist.
deuteronomisch Adjektiv zu Deuteronomium, zum Deuteronomium gehörend.
deuteronomistisch Bezeichnung für jene Textschichten/Redaktionen, die im Geiste und der Sprachimitation des joschianischen Deuteronomium gestaltet sind (Texte von Josua bis 2 Könige), Deuteronomistisches Geschichtswerk.
deuteronomistische
Schule
Die d. S. entwickelt eine theologische Deutung der Geschichte Israels (Geschichtstheologie), die das Ergehen Israels immer als Folge des Verhältnisses zu seinem Gott interpretiert. Erfüllt Israel die drei Forderungen (ein Gott, ein Kult, ein Volk) des Deuteronomiums, dann ergeht es ihm gut, bricht Israel diese Gebote, dann wird es durch fremde Völker überwältigt.
Deuteropaulinen Die sog. Deuteropaulinen stehen den echten Paulusbriefen in Stil und Inhalt recht nahe, lassen aber doch so erhebliche Unterschiede erkennen, dass es recht unwahrscheinlich ist, diese Briefe auf den gleichen Verfasser wie die echten Paulusbriefe zurückzuführen. Es handelt sich um die Briefe: Epheser, Kolosser, 2. Thessalonicher. 
Diadochen (griech. diadochos, Nachfolger) die um die Nachfolge Alexanders des Großen streitenden hellenistischen Herrscher; vgl. Hellenismus.
Diaspora (griech. diaspora, Ausstreuung) bezeichnet den Teil des Judentums, der außerhalb Palästinas lebt; vgl. babylonische Gola.
Doppelgebot der Liebe Mt 22,37-40. "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."
Joh 14,21: "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren."
Doxologie griech. doxa, Lobpreis der Herrlichkeit Gottes, meist am Anfang oder Ende eines Gebetes oder eines Textabschnittes. Das Psalmenbuch wird durch Doxologien in 5 Bücher gegliedert.
El Schaddai (hebr. el, Gott; schaddai, Bedeutung unsicher, vermutlich Allmächtiger) Gottesbezeichnung, die die Priesterschrift in der Genesis bis zur Offenbarung des Tetragramms (Ex 6) verwendet (Gen 17,1; 28,3; 35,11; 43,14; 48,3; Ex 6,3). Luther übersetzt "allmächtiger Gott"; vgl. Tetragramm.
Erzelterngeschichte früher: Vätergeschichte. Gen 12-36.38. Thema: Verheißung von Nachkommenschaft, Land und Segen, umfasst u.a. Abrahamsgeschichten ( Gen 12-25) Isaaksgeschichten (Gen 26f) Jakobsgeschichten (Gen 27-36).
Endzeitrede Sechste Rede des Mt (Mt 24f). 
In ihr werden zunächst die Ereignisse der "letzten Tage" bis zum Kommen des Menschensohn weitgehend nach Mk 13 geschildert (24,3-44). Dann wird in Gleichnissen ausführlich vom Endgericht gesprochen, wobei  das Bestehen im Gericht der Verdammnis gegenübergestellt wird. 
Enneateuch "Enneateuch" (Das Neunteilige). Abweichende Gliederung alttestamentlicher Texte im Gegensatz zur Gliederung im Pentateuch.
Eparch (griech. eparchos, Statthalter) Statthalter, der durch eine Zentralgewalt mit der Herrschaft über ein Gebiet und/oder ein Volk beauftragt ist.
Epiphanie

Erscheinung Gottes

Erfüllungszitate Sprachliches Mittel des Mt, um zu zeigen, dass der Weg Jesu bereits im Alten Testament vorausgesagt worden ist. Darum führt er immer wieder „Erfüllungszitate“ an: „Dies geschah, auf daß erfüllt würde, was gesagt ist vom Herrn durch den Propheten, der da spricht“ (vgl. Mt 1,22; 2,15.17.23 usw.). 
Eschatologie (griech. eschatos, letzter) traditionell die Lehre von den letzten Dingen (allgemeine Totenauferstehung, jüngstes Gericht usw.), heute die Frage nach der Weise der Präsenz des Göttlichen in der Weltwirklichkeit.
Essener (Etymologie ungeklärt) eine Mitte des 2. Jhs v.Chr. entstandene Gruppierung, die in Abgrenzung von Pharisäern und Sadduzäern an der vormakkabäischen Fassung des jüdischen Religionsgesetzes festhielt und die eigene Gemeinschaft nach rituell strengen und ethisch anspruchsvollen Regeln ordnete; vgl. Qumran.
Etymologie (griech. etymos, wahr, wirklich) Erklärung eines Wortes aus seiner vermeintlich ursprünglichen Bedeutung.
Evangelium (griech. euaggelion, gute Botschaft) das Substantiv wird in der Propaganda des Kaisers Augustus eingesetzt, um gute Nachrichten aus dem Hause des römischen Kaisers zu berichten. Das Verb euaggelizomai, frohe Botschaft verkünden, begegnet in der Septuaginta ( z.B. Jes 52, 7; 61,1) und meint dort die Ankündigung des heilvollen Eingreifens Gottes.
Feldrede Lk 6,17-49. In ihr stellt Lukas das Material der Logienquelle zusammen, aus dem Matthäus die Bergpredigt (Mt 5-7) gebildet hat. Auf die Seligpreisungen der Armen, der Hungernden, der Weinenden und der Verachteten folgen Weherufe gegen die Reichen, die Satten, die Lachenden und die Angesehenen. 
fruchtbarer Halbmond Bezeichnung für den Bogen der fruchtbaren Kulturlandschaften, der sich von der Mündung des Euphrat und Tigris, über Mesopotamien, bis Syrien-Palästina (manchmal wird fälschlich das Nilgebiet miteinbezogen) erstreckt und sich deutlich von dem umgebenden Wüstengebiet unterscheidet. In diesem Gebiet entstehen die wichtigsten menschlichen Kulturtätigkeiten: Vorratshaltung, Ackerbau, Städte- und Reichsgründung, Schrift u.a.; vgl. Mesopotamien.
Gefährdung des Messias Messiasgefährdung. Mt 2, 1-23. Nach der wunderbaren Geburt in Bethlehem folgt bei Mt die Gefährdung des Neugeborenen. Herodes, der durch Sterndeuter vom "neugeborenen König der Juden" erfährt plant diesen umzubringen. Josef erfährt in einem Traum, dass er fliehen muss und zieht nach Ägypten (2,13-15), aber Herodes lässt alle Kinder bis zwei Jahre töten (2,16-18). 
Gemeinden NT: ecclesia; Basisgemeinde, ursprünglicher Zusammenschluss von Christen. Örtl. Erscheinungsform der Gesamtkirche 
Gemeinderede Vierte Rede des Mt (Mt 18). Die Jünger werden ermahnt, die "Kleinen nicht zu verachten". Abfall, Rückkehr, Gebet, Gemeindezucht und Vergebung sollen in der Gemeinde unter dem Vorrang der Liebe gehandhabt werden: ein jeder soll seinem Bruder von Herzen vergeben (18,35).
Genealogie griech. Geschlechtsregister, Abstammungsliste, vgl. Gen 5 oder Mt 1.
Gerichtsworte Ausdrucksmittel der Prophetie. Augenscheinliches Wohlergehen in der Gegenwart wird mit der Ankündigung des Gerichts kritisiert (Gerichts- oder Unheilsprophetie), vgl. z.B. Jes 1-12, Amos 3,1-6,14 
Geschichtstheologie Geschichte Israels als Folge der verfehlten oder gelungenen Gestaltung der Beziehung zwischen JHWH und seinem Volk.  z.B. Ri 2,6-3,6: Es wird eine feste Abfolge des Ergehens Israels zur Richterzeit vorgestellt: Abfall von Jahwe, Zorn Jahwes, Israel wird in die Hand der Feinde gegeben, Schreien zu Gott, Gott erweckt Richter als charismatische Heerführer, Rettung, Abfall von Jahwe.
gelingendes Leben Thema der Sprüche. Die Verfasser und Sammler der Spruchweisheiten sind davon überzeugt, dass der, der sich an die Weisheit der Sprüche hält, ein gutes Leben führen wird. Genauso sicher erscheint es Ihnen, dass der Böse, der Faule, der Tor und der Geschwätzige für ihr Fehlverhalten Nachteile in ihrem Leben erfahren müssen.
Gewaltverzicht Eines der wichtigen Themen des LkEv. Die Verkündigung Jesu fordert eine Ethik des Gewaltverzichts und der Feindesliebe (6,27-31). (siehe auch "Goldene Regel")
Gleichnisrede Dritte Rede des Mt. Mt stellt hier die Gleichnisse aus Mk 4 mit weiteren Gleichnissen zusammen und interpretiert sie. Gleichnisse: 13,3a-8: Vom Sämann; 13,24-30: Unkraut unter dem Weizen; 13,31-33: Senfkorn und Sauerteig; 13,44-46: Schatz im Acker und die Perle; 13,47-51: Fischnetz und Schriftgelehrter
Gleichnistheorie Motiv des Mt, das die Auslegung und die Wirkung der Gleichnisse Jesu in einer Weise deutet, die der ursprünglichen Intention der Gleichnisverkündigung Jesu genau entgegensteht. Es wird das biblische Motiv der Verstockung aufgenommen, wobei Jesus seinen Jüngern die Gleichnisse noch einmal gesondert erklärt. (vgl. Mt 7,14-18).
„goldene Regel“ Allgem. sittliche Regel im Sinne von Mt 7, 12: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten."
Gottessohnschaft Hoheitstitel
Gründonnerstag Der Gründonnerstag liegt in der Karwoche. Am Gründonnerstag, dem Vorabend des Karfreitags, gedenken die Christen in Abendmahlsgottesdiensten des letzten Mahls Jesu mit seinen Jüngern. Dem Neuen Testament zufolge verbrachte Jesus anschließend die Nacht in Todesangst, während seine Jünger schliefen. Daran erinnert der Name Gründonnerstag, der sich nicht von der Farbe "grün" ableitet, sondern vom ahdt. "grunen", also "greinen" oder weinen.
Haftgeschichte
des Paulus
Paulus wird am Ende der dritten Missionsreise in Jerusalem festgenommen. Die Stationen der weiteren Haftgeschichte des Paulus sind: Verhandlung vor dem Hohen Rat (23,1-11), Planung eines Anschlags und heimliche Überführung nach Caesarea (23,13-35). Zwei Jahre Haft und Prozessverschleppung durch den römischen Statthalter Felix in Caesarea (24,1-27). Dessen Nachfolger Festus nimmt den Prozess wieder auf, da sich Paulus aber auf sein römisches Bürgerrecht beruft und einen Prozess durch den Kaiser in Rom fordert, wird seine Überführung nach Rom beschlossen (25,1-26,32).
Heilsworte Ausdrucksmittel der Prophetie. Gegegenwärtige Missstände in Israel oder Unterdrückung Israels werden im Licht des guten göttlichen Willens mit Hoffnung gefüllt (Heilsprophetie).
Hellenismus als historische Epoche bezeichnet der Begriff die Zeit der Nachfolgereiche des Alexanderreiches von ca. 330 bis 30 v.Chr. Die kulturelle Bedeutung des Hellenismus geht aber weit über das Jahr 30 v.Chr. hinaus.
hellenistische
Philosophie
Philosophie der hellenistischen Epoche (330-30 v.Chr.), die die Einsichten der verschiedenen philosophischen Schulen (Platonismus, Aristotelismus, Stoa) miteinander verbindet.
Hermeneutik Lehre von den Möglichkeiten und Grenzen des Verstehens vergangener und gegenwärtiger menschlicher Ausdrucksformen (Sprache, Symbol, Zeichen).
Hexateuch griech. hexa, sechs; teucho, verfertigen, Gefüge von sechs Büchern; Bezeichnung für die Zusammengehörigkeit der Bücher Genesis bis Josua. Früher in der Forschung von jenen Autoren verwendet, die der Auffassung waren, dass die "Quellen" des Pentateuch bis ins Buch Josua reichen. Der innere Zusammenhang ist die Landnahme.
Holocaust griech., Ganz- Brandopfer; Bezeichnung in der westlichen Welt für den Völkermord an den Juden im Dritten Reich.s shoa
Ich-bin-Worte Besondere Textform des Johannes Evangeliums. Die "Ich-bin-Worte" lassen sich am ehesten als sog. Rekognitionen verstehen. Sie beantworten weniger die Frage "Wer bist du?" als vielmehr die Frage nach Brot, Licht, Tür, den guten Hirten, die Auferstehung und das Leben. Die suchenden Menschen werden so auf das "Ich", also Jesus, aufmerksam gemacht (vgl. z.B. Joh 8,12: Ich bin das Licht der Welt). 
Immanenz der durch die Grenzen der sinnlichen Wahrnehmung und des menschlichen Verstehens beschränkte Bereich, vgl. transzendentes Gottesbild.
Irrlehrer Im 1. Johannesbrief wendet sich der Verfasser gegen Irrlehrer in der Gemeinde (1 Joh 2,18-3,10). Er berichtet vom Auftreten der "Antichristen", Lehrer, die an die Stelle Christi treten wollen und damit Jesus verleugnen.
Israel (hebr. Gott wird streiten) von JHWH an Jakob verliehener Name (Gen 32,25), auf des Volk Israel als dessen Nachkommenschaft übergehend (auch Haus Israel oder Kinder Israel), nach der Reichsteilung meist Bezeichnung für das Nordreich im Gegensatz zu Juda. Seit dem babylon. Exil auch auf die Juden bezogen.
Jerusalemvision Ezechiel
Josephsgeschichte Gen 37-50 Die Josephsgeschichte berichtet davon, wie Israel nach Ägypten kam. Sie zeigt die Rivalitäten im Familienverband und die Leistungsfähigkeit staatlicher Organisation auf. Sie berichtet vom Erfolg eines begabten Israeliten in einer fremden Umgebung. Gott bleibt in der Josephsgeschichte auffällig im Hintergrund. In den Träumen Josephs wird der Sinn der Herrschaft des einen über die ehemals gleichen thematisiert. Aus den zwölf Söhnen Jakobs werden zwölf Stämme eines Volkes (49,28). Das Buch endet mit dem ausführlich geschilderten Tod Jakobs und einer knappen Notiz über das Begräbnis Josephs.
johanneischer
Dualismus
Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher Dinge wie Gut und Böse. Bei Johannes meint dies die Entscheidung zwischen Licht und Finsternis, Wahrheit und Lüge, Leben und Tod. Diese Entscheidungssituation ist bei Johannes das "Gericht" (griech. krisis), in dem der Mensch zwischen Glaube und Unglaube und damit zwischen Leben und Tod entscheidet.
Juda Bezeichnung für südpalästinische Landschaft und gleichzeitig für einen israelitischer Stamm; Juda ist der Sohn des Erzvaters Jakob; Nach Salomos Tod (926 v. Chr.) wird das Südreich Juda genannt. Die Heiligtümer sind Dan und Bet-El.
Jüngerrede auch Aussendungsrede. Zweite der fünf Reden des Mt. Nach der Berufung der Zwölf Jünger werden diese ausgesendet "zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel" vgl.  Lk 10, 5-17 und Lk 9,1-5
Jüngerunverständnis Teil der Geheimnistheorie des Mk. Mk stellt mehrmals ausdrücklich fest, dass die Jünger im Blick auf Jesus wahre Identität unverständig bleiben (vgl. 6,52; 7,18; 8,14-21.32f; 9,32; s.a. 9,10). Mit diesem Motiv verweist Mk darauf, dass die Bedeutung Jesu nur von der Betrachtung des Weges Jesu bis zum Ende (Kreuzestod) verstanden werden kann.
Kanon griech. kanon, Maßstab, Richtschnur. Die Zusammenstellung der Schriften des Alten und Neuen Testaments nennt man biblischen Kanon. In einem Kanon sind die Schriften zusammengefasst, die von einer religiösen Gemeinschaft als bindend betrachtet werden. Außerhalb des Kanons verbleiben die nicht-kanonischen Schriften, etwa die sog. Apokryphen und Pseudepigraphen zum Alten Testament; vgl. Pseudepigraph.
Karfreitag Der Karfreitag liegt in der Karwoche, der Woche vor Ostern. Sie wird als die wichtigste Woche im Kirchenjahr angesehen. In der Zeit ab Psalmsonntag wird in den Gottesdiensten an das Leiden und Sterben Jesu und an die folgende Auferstehung Christi von den Toten erinnert. Karfreitag und Ostersonntag sind die beiden höchsten Festtage im Kirchenjahr und werden seit der Frühzeit der Kirche gefeiert. Die Bezeichnung "Kara" (ahdt.) bedeutet Klage und Trauer.
katholische Briefe giech. katholikos, allgemein. Aufgrund der fehlenden oder sehr allgemein gehaltenen Anrede angeblich an die ganze Christenheit gerichtete Briefe z.B. Jak 1, 1.2Petr, 1.2.3Joh
Ketubim (hebr. ketubim, heilige Schriften) Im hebräischen Kanon der dritte Teil  des AT, der die Schriften umfasst: Ps, Hi, Spr, Mgillot, Dan, Esr, Neh, Chr.
kerygmatisch,
Kerygma
griech. keryssein, als Herold ausrufen, verkündigen) bezeichnet die Intention eines Textes, der auf das Bewusstsein der Zuhörer wirken will,  um z.B. Glauben zu wecken oder neue Einsichten zu vermitteln.
Koine Koine (griech. koinos, gemeinsam) bezeichnet die Form der griechischen Sprache, die sich seit dem Alexanderzug 334 v.Chr. durchgesetzt hat und als hellenistisches Griechisch zur internationalen Verkehrssprache (lingua franca) wurde.
Kollekte lat. collectio, Sammlung; Verschiedene Bedeutungen: altchristl. Gemeindeversammlung; kurzes liturgisches Gebet vor den Schriftlesungen im Hauptgottesdienst; Geldsammlung im bzw. nach dem Gottedienst.
Konsonantenschrift
(
jhwh, 'pr, tkw u.a.) 
"jhwh", "tkw" oder "'pr" sind Eigennamen, deren Aussprache unbekannt ist. Die semitischen Sprachen kennen in ihrem Alphabet nur Konsonanten. Die Vokale sind im Lesen zu ergänzen. Die ursprüngliche Aussprache ist unsicher bis unbekannt. Eigennamen werden deswegen auch in Übersetzungen im Konsonantenbestand belassen, vgl. Tetragramm.
krisis griech., Entscheidung
Kyrosedikt Nach der Eroberung Babylons durch den Perserkönig Kyros erließ dieser im Jahre 538 v. Chr. das sog. Kyrosedikt, das den Judäern die Rückkehr aus dem Exil nach Palästina, sowie freie Religionsausübung ermöglichte. Auch den Wiederaufbau des Tempels gestattet der Perserkönig (vgl. Esr 1,2-4; 2 Chr 36,22f).
Laubhüttenfest hebr, sukkot, Hütten, einwöchiges Laubhüttenfest nach der Ernte in Laub- und Palmzweighütten zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten und die Wüstenwanderung.
Leidensankündigungen Die drei Leidensankündigungen sind Teil des markinischen Konzepts aus Gleichnistheorie, Schweigegebot und Jüngerunverständnis. Vgl. Mk 8,31 "Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen" (9,31; 10,33f; vgl. auch 9,9-13).
Legenden Textform des Erzählstoffes der Evangelien. Legenden stellen Ausschmückungen der Überlieferung um Einzelzüge dar, wie z.B. die Engelserscheinung in der Gethsemaneperikope des Lukas (Lk 22,43f).
Liebesgebot Nach Mt steht das Liebesgebot im Mittelpunkt der Lehre Jesu . Er entfaltet es in den sog. Antithesen (5,21-48), die im Gebot der Feindesliebe gipfeln (5,43-48). Im ethischen Konflikt (Zorn, Begehren, Scheidung, Glaubwürdigkeit, Streit, Feindschaft) soll man sich so verhalten, dass man trotz schärfster Infragestellung der eigenen Identität weiterhin in Richtung auf Vergebung und Barmherzigkeit handelt.
Logienquelle Q griech. logion, Spruch; auf der Basis der Zweiquellentheorie zu den synoptischen Evangelien aus den Übereinstimmungen zwischen Mt und Lk im Nicht-Markusstoff rekonstruierter Text. Enthält überwiegend kurze Jesusworte, deswegen auch Loggienquelle bzw. Spruchquelle oder einfach Q genannt.
logos griech. Wort, Gedanke, Vernunft(grund),  Sinn (pl. logoi)
lukanischer
Reisebericht
Teil des Lk (Lk 9,51-19,28) der im Anschluss an das Geschehen in Galiläa und Judäa die Ereignisse auf dem Weg Jesu nach Jerusalem schildert. Wichtige Teile des Reiseberichtes: Die Jüngerunterweisung  (9,51-11,13); die Auseinandersetzung mit und vor dem Volk (11,14-14,33); Festigung der Lehre und Wiederaufnahme der Reise (15,1-19,28).
Makkabäer nach Judas Makkabäus benanntes, später auch nach einem Ahnen namens Hasmon Hasmonäer genanntes Geschlecht, das durch Aufstände gegen die seleukidische Herrschaft (hellenistische Dynastie in Syrien) ab 168 v.Chr. die Macht in Judäa errang (164 v.Chr. Eroberung Jerusalems, 152 v.Chr. Übernahme des Hohepriesteramtes, 104 v.Chr. Königstitel) und bis zur Herrschaft Herodes des Großen 37 v. Chr. innehatte.
Marduk Babylonische Gottheit, die zunächst als Stadtgottheit, dann zunehmend als Reichsgott verehrt wurde. Mit ihm werden Schöpfungsmythen (Enuma Elisch) und astrologische Spekulationen verbunden.
Mesopotamien (griech. mesopotamos, zwischen den Flüssen) "Zweistromland", Kulturlandschaft zwischen Euphrat und Tigris, vgl. "fruchtbarer Halbmond". 
Messiasgeheimnis Zentrales Thema der Geheimnistheorie des Mk. Die eigentliche Würde und Bedeutung Jesu darf nicht offenbar werden bis zu Tod und Auferstehung, denn erst vom Kreuz her ist die Bedeutung Jesus zu erkennen. Die wahre Identität Jesus als der Sohn Gottes bleibt den Menschen (und auch den Jüngern) damit verborgen. Nur die Dämonen erkennen Jesus wahre Identität, werden aber zum Schweigen gezwungen (Schweigegebot).
Metaphorik (griech. metaphorein, übertragen) der Gebrauch von Wörtern in einem Zusammenhang, in dem sie ihre eigentliche Bedeutung verlieren und eine übertragene Bedeutung bekommen, z.B. Gott öffnet seine Hand und sättigt alles, was da lebt (Ps 145, 16).
Mischna (von hebr. schana, wiederholend lehren oder lernen) um 200 n.Chr. zusammengestellte schriftliche Sammlung der Diskussionen und Entscheidungen der Rabbinen bis zum frühen 3. Jh. (sog. Tannaiten von aram. tanna, wiederholend lehren oder lernen).
Mythos (griech. mythos, unglaubliche Legende) eine Erzählung, die Sachverhalte der menschlichen Erfahrung oder des menschlichen Bewusstseins auf übernatürliche Ursachen zurückführt, z.B. die Sterblichkeit des Menschen auf eine Strafe Gottes (1 Kor 15,21f).
Nachtgesichte
des Sacharja
8 Visionen des Propheten Sacharja. In ihnen schaut er ein besonderes Geschehen, in dem himmlische Reiter, fliegende Buchrollen, u.a. besondere Ereignisse vorkommen. Die sieben ursprünglichen Visionen Sacharjas konzentrieren sich auf den Tempel und verstehen ihn als das Zentrum der Welt. Sie sind in konzentrischer Ordnung auf den Tempel und die Tempelaristokratie ausgerichtet. Die Nachtgesichte 1+7 thematisieren die universale Herrschaft Gottes. 2+6 behandeln das Verhältnis von Juda zum persischen Großreich. 3+5 widmen sich nationalen Fragen und in Nachtgesicht 4 steht schließlich der Tempel und die Tempelführung im Mittelpunkt.
Nebiim hebr. nebiim, Propheten, im hebr. Kanon der zweite Teil  des AT, der die Propheten umfasst ( Jos bis Mal)
Nordreich Bezeichnung für Israel nach dem Auseinanderbrechen der beiden Reiche unter Rehabeam (922 v. Chr) in Nordreich (Israel) und Südreich (Juda). Das Nordreich endet 722 v. Chr mit der Zerstörung durch Saragon II.
Papyrus Schreibmaterial, das aus der Papyruspflanze hergestellt wird. Gleichzeitig wissenschaftliche Bezeichnung der auf Papyrus erhaltenen antiken Texte.
Parallelismus
membrorum

Grundlegendes Bauprinzip der semitischen Poesie, besonders der Psalmen. Zwei aufeinander folgende Zeilen bilden so ein Gedanken- oder Bildreim, dass sie das Gleiche mit jeweils anderen Worten bzw. Bildern sagen. Beide Zeilen wollen dabei als eine Einheit wahrgenommen werden. Es gibt  Grundformen:
(1) synonymer P.: zweite Zeile wiederholt leicht abgewandelt die Aussage der ersten Zeile
(2) antithetischer P.: beide Zeilen formulieren gegensätzliche Aussagen, die als spannungsreiche Gesamtaussage mit vielen Ober- und Untertönen gehört werden sollen.
(3) synthetische P.: zweite Zeile ergänzt die Aussage der ersten Zeile durch eine ähnliche oder erweiternde Variation. Er vertieft einen Nebengedanken, ein Bild oder ein Element der Aussage
(4) klimaktische P. verharrt bei einem Gedanken, den er vertiefend oder steigernd wiederholt. Es findet kein Gedankenfortschritt statt, aber eine Betonung und Intensivierung der Aussage.
paraklet griech. paraklet, Beistand, meint vor allem den Beistand vor Gericht. Im Joh ist damit die fortdauernde Gegenwart Jesu in der Gemeinde über Ostern hinaus gemeint (etwa im Sinne des Heiligen Geistes).
Parusie griech. parusie, Anwesenheit, Wiederkunft Christi am Ende der Zeit
Passion lat. passio, Leiden, Leiden und Sterben Christi
Passionsgeschichte Erzählung vom Leiden und Sterben Christi, die ursprünglich selbstständig überliefert wurde. Die Passionsgeschichte findet sich in allen synoptischen Evangelien.
Pastoralbriefe (auch Hirtenbriefe) Diese Briefe sind an Einzelpersonen gerichtet und befassen sich mit Ämtern in den Gemeinden. Sie spiegeln Verhältnisse, die sich deutlich von den echten Paulusbriefen unterscheiden und werden bisweilen sogar bis in die ersten Jahrzehnte des 2. Jahrhunderts datiert.  1/2 Tim und Tit 
Paulus siehe Haftgeschichte des Paulus
Paulusbriefe, echte Von den 13 Briefen des Neuen Testaments, die als Verfasserangabe den Namen des Paulus tragen, sind vermutlich sieben wirklich von Paulus abgefasst worden. Die unumstritten echten Paulusbriefe sind alle in der Phase seiner eigenständigen Mission, etwa in den Jahren zwischen 49 und 58 n. Chr. entstanden. In der vermuteten Reihenfolge ihres Entstehens sind das die folgenden sieben Briefe: 1. Thessalonicherbrief, 1. Korintherbrief, 2. Korintherbrief, Philipperbrief, Brief an Philemon, Galaterbrief, Römerbrief. 
Pentateuch griech. pentateuchos, das Fünfteilige; die fünf Bücher Mose. Daneben gibt es auch Wortschöpfungen wie "Hexateuch" (Das Sechsteilige); "Enneateuch" (Das Neunteilige) u.ä. Mit dieser Bezeichnung soll die Zusammengehörigkeit der genannten Anzahl von Schriften zum Ausdruck gebracht werden.
Perikope griech. perikope, das Abgeschnittene; kleinere, aussagekräftige Texteinheit, die ohne nähere Berücksichtigung des Kontextes gelesen und interpretiert werden kann.
Pfingsten,
Pfingstgeschehen
griech. pentekoste,  Fünfzig; auch Pfingstwunder oder Pfingstgeheimnis. Schilderung der Apostelgeschichte. Am Pfingsttag, dem jüdischen Erntedankfest, ereignet sich die Ausgießung des Heiligen Geistes über die wieder vervollständigten 12 Jünger (Apg 2,1-13). Sie sprechen "in Zungen", so dass sie von den anwesenden Juden aus der ganzen Welt in deren jeweiliger Sprache verstanden werden (Apg 2,6). Pfingsten ist neben Ostern und Weihnachten das dritte Hauptfest des Kirchenjahres und wird seit dem Ende des 4. Jh.s 50 Tage nach Ostern gefeiert.
Pharisäer hebr. Abgesonderter, Bezeichnung für eine prägende religiöse Strömung im Judentum, die im zweiten vorchristlichen Jahrhundert als religiöse Widerstandsbewegung gegen den Hellenismus entstand. Die Pharisäer zeichneten sich durch eine sehr strenge Befolgung der Gesetze (Tora) aus und standen aufgrund ihrer genauen Kenntnis der Schrift beim Volk in hohem Ansehen. Im Gegensatz zu den Sadduzäern waren die Pharisäer keine Priester und betätigten sich auch nicht politisch. Aus diesen Gründen blieben sie auch nach der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. im Judentum einflussreich.
Präexistenz Christi lat. Vorherdasein, Existenz Christi vor der Welt.
Prophet griech. profetes, Orakeldeuter, -verkünder. Der Prophet ist ein von Gott gesandter Bote, der den Menschen Gottes Wahrheit und seinen Willen verkündet. Seine Botschaft ist oft verbunden mit einer Kritik an der gegenwärtigen Zeit sowie ihren Umständen und einer Zukunftsprophezeiung. Man unterscheidet vier große Propheten: Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel und zwölf kleine Propheten: Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Na-hum, Habakuk, Zefanjo, Haggai, Sacharja und Maleachi. Im Kontext des Neuen Testamentes werden Männer und Frauen als Propheten/Prophetinnen bezeichnet, die in der Gemeindeleitung oder als Wanderpropheten die charismatische Gabe des Heiligen Geistes in besonderem Maße besitzen. Mit der zunehmenden Verfestigung der kirchlichen Strukturen verlor das prophetische Element im Christentum an Bedeutung.
Prophetie Weissagung, Deutung, griech. pro-phemi, vorhersagen; öffentl. Rede im direkten Auftrag Gottes zur Verkündigung seines Willens und der Zukunft.
Der Prophetie liegt die Vorstellung zugrunde, dass es Menschen gibt, denen ein besonderes Wissen zugänglich ist. Dieses Wissen  beruht in der Regel auf einer speziellen Art von Erfahrungen: Dieses Wissen wird z.B. in Auditionen und Visionen empfangen. Tritt die Person, die Zugang zu diesem Wissen hat, öffentlich auf und formuliert das Wissen in Aussagen, die auf die Zukunft gerichtet sind, spricht man von Prophetie.
prophetische
Überlieferung
Die prophetischen Traditionen biblischer Texte sind in zwei Formen überliefert:
a) Prophetenerzählungen:
b) Prophetenworte: Das prophetische Wort ist Gotteswort. Das verdeutlicht die sog. Botenformel. Sie lautet wie z.B. Jer 30,12.: So spricht der Herr (JHWH).
Protojesaja 1. Jesajabuch Kapitel 1-39 (Entstehung ab 740 v. Chr.), Verfasser: historischer Jesaja.
Psalm griech. geistliches Lied; religiöse Gedichte oder Lieder, die menschliche Grundhaltungen vor Gott ausdrücken: Dankbarkeit, Anklage, Lob, Bitte, Vertrauen etc. Am bekanntesten sind die 150 Psalmen im Buch der Psalmen (Psalter] im Alten Testament. Sie sind seit der Königszeit (1000 v. Chr.) in Israel entstanden und dienen noch heute dem Judentum und dem Christentum als Gebetbuch. Psalmen sind nach Formgesetzen aufgebaut; typisch für die Psalmdichtung ist der Parallelismus.
Psalter griech. psalterion, Seiteninstrument u. psalmoi, das Zupfen; Bezeichnet die Sammlung der Psalmen.
Pseudepigraph (griech. pseudepigraphos, fälschliche Eintragung oder Aufschrift) zahlreiche Schriften des Alten und Neuen Testaments haben Autorenangaben, die historisch unwahrscheinlich und damit pseudepigraph sind, z.B. das Buch Daniel. Im engeren Sinne meint die Bezeichnung "Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments" die Schriften, die nicht in den alttestamentlichen Kanon aufgenommen wurden; vgl. Kanon.
Qumran Ort am Toten Meer, der durch sensationell umfangreiche und gut erhaltene Handschriftenfunde aus der Zeit vor 70 n. Chr. in nahegelegenen Höhlen berühmt geworden ist. Dort lebte eine religiöse Gemeinschaft mit strengen Gemeinschaftsregeln, die zu den in ganz Palästina verbreiteten Essenern in Beziehung stand; vgl. Essener.
Reich Gottes Die griechische Wortgruppe "basileia tou theou", die gewöhnlich mit "Reich Gottes" übersetzt wird, bedeutet wörtlich "Gottesherrschaft/Königsherrschaft". Die Verkündigung des Reiches Gottes ist ein zentraler Inhalt der Predigten Jesu. Für Jesus hat das Reich Gottes mit seinem Kommen und Wirken in der Welt schon begonnen. Vollendet wird das Reich Gottes durch Gott selbst am Ende der Tage durch die vollkommene Errichtung der Gottesherrschaft.
Reisen des Paulus Insgesamt unternimmt Paulus drei Missionsreisen, die in der Apostelgeschichte, sowie in den Paulusbriefen belegt sind, u.a. zu frühchristl. Gemeinden in Syrien/Kilikien; Phrygien / Galatien; Philippi / Saloniki; Korinth; und Antiochien.
Rolle der Juden
(im JohEv.)
Johannes spricht häufig von "den Juden". Sie erscheinen dadurch als eine homogene Gruppe von Christusgegnern. Jesus ist in der Auseinandersetzung mit "den Juden" damit konfrontiert, dass er abgelehnt wird. Sie suchen ihn zu töten und bestreiten seine Sendung. Im Joh wird jedoch keinesfalls das "Wesen des Juden" o.ä. aufgedeckt. Es scheint eher so, dass aufgrund von einzelnen konkreten Erfahrungen der Johanneischen Gemeinde (Synagogenausschluss: 9,22; 12,42; 16,2, Furcht vor den Juden: 7,13; 19,38; 20,19) "die Juden" als Gegner der Gottessohnschaft Christi zu exemplarischen Christusverfolgern hochstilisiert werden. So wie die "Welt" den vom Vater gesandten Sohn nicht annimmt, so nehmen auch "die Juden" den Sohn nicht an.
Satrapie in der Achämenidenzeit (539-330 v.Chr.) war das persische Reich in Satrapien (Großprovinzen) gegliedert, denen Satrapen (Statthalter) vorstanden. Die Provinz Jehud (Juda) gehörte zur Satrapie Transeuphrat (Syrien-Palästina und Ägypten).
Schema Israel Schema Israel, Höre, Israel. Teil des Deuteronomiums. Wichtiger Textausschnitt Dtn 6,4f (-9): "Der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben."
Schweigegebot

Teil des Messiasgeheimnisses des Mk. Die Schweigegebote gelten bis zu Tod und Auferstehung Jesu und sollen erklären, warum die Menschen Jesus nicht (anhand seiner Taten) erkannt haben. Jesus erteilt Schweigegebote an
– an Geheilte und Zeugen einer Wundertat Jesu (Mk 1,44; 5,43; 7,36a);
– an Dämonen, die über höheres Wissen verfügen und den Rang Jesu als Sohn Gottes offen aussprechen (Mk 1,24; 1,34; 3,11; 5,7);
– an die Jünger (Mk 8,30; 9,9).

Shoa hebr., Vernichtung, Verwüstung, Katastrophe, jüdische Bezeichnung für Holocaust
Seligpreisungen Element der Bergpredigt des Mt (Mt 5,1-12) sowie der Feldrede des Lk (Lk 6,20-26).
Matthäus überliefert neun Seligpreisungen, in denen geistliche Armut, Leid, Sanftmut, Hunger nach Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Herzensreinheit, Friedfertigkeit, Verfolgung und Schmähung "selig" gepriesen werden, d.h. diese Menschen werden in das Reich Gottes aufgenommen (5,3-12), während bei Lk die Seligpreisungen der Armen, der Hungernden, der Weinenden und der Verachteten von Weherufe gegen die Reichen, die Satten, die Lachenden und die Angesehenen gefolgt werden.
semeia griech. semeia, Zeichen. Bei Johannes werden die Wundergeschichten "Zeichen" genannt . Ihnen kommt eine hohe symbolische Bedeutung zu. Sie unterstreichen die Gottessohnschaft Jesu.
Septuaginta griech. septuaginta, Siebzig; Griechische Übersetzung des Alten Testaments, die auch Bücher enthält, von denen keine hebräische Urfassung bekannt ist. Die Septuaginta wurde - von angeblich siebzig Männern - im 3. Jahrhundert vor Christus (285 - 245 v. Chr.) in Alexandria für die dort ansässigen griechisch sprechenden Diasporajuden angefertigt.
Sinaitradition  
"Sitz im Leben" Fachausdruck der Formgeschichte zur Bezeichnung der sozialen und kulturellen Bedingungen und Gegebenheiten, denen eine Form oder eine Gattung ihre Entstehung verdankt und innerhalb derer sie ihre Funktion hat. Man sagt heute auch entsprechend: Funktion von Texten in Situationen des Zusammenlebens. So ist z.B. der »Sitz im Leben« eines Leichenlieds das Begräbnisritual, der vieler Psalmen der Tempelgottesdienst, der des Ius talionis die nomadische Rechtssprechung, Christushymnen im Gottesdienst der Urgemeinde.
Sondergut

Stoffe der synoptischen Evangelien, die nur in einem Evangelium vorkommen und keine Parallelen in einem anderen Evangelien aufweisen. Von ihnen weiß man nicht, woher sie kommen, z.B. die Vorgeschichte des Lk (Lk 1+2).

"Stiftshütte" Bezeichnung Luthers für das transportable Heiligtum, das nach den Anweisungen, die Gott in Ex 25 (bzw. Ex 25- 31 und 35- 40) für den Bau und den Gebrauch des Zeltes der Begegnung gibt, gebaut werden soll. Die Stiftshütte entsteht nach dem Vorbild des späteren Tempels.
Südreich Bezeichnung für Juda nach dem Auseinanderbrechen der beiden Reiche unter Rehabeam (922 v. Chr.) in Nordreich (Israel) und Südreich (Juda). Das Südreich endet 587 v. Chr. mit der Zerstörung des 1. Tempels und dem Exil.
Synoptiker Bezeichnung für die ersten drei Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas. Ihre Evangelien weisen viele Ähnlichkeiten auf und werden, um Ähnlichkeiten und Unterschiede nachzuweisen, in einer Synopse (Zusammenschau) in nebeneinanderstehenden Spalten gedruckt.
Synopse
synoptisch
griech. Zusammenschau. Eine Synopse ist ein unentbehrliches Hilfsmittel für die kritische Bibelarbeit. Sie basiert auf der Tatsache, dass in den drei Evangelien von Mt, Mk und Lk auffällige Ähnlichkeiten enthalten sind. Eine Synopse stellt die drei Evangelientexte in Spalten nebeneinander, so dass Ähnlichkeiten und Unterschiede erkennbar sind.
Talmud (hebr. Lehre): Kommentar der Mischna. Es existieren zwei voneinander unabhängige Versionen: 1) der palästinische oder jerusalemer Talmud (Jerushalmi) um 400 n. Chr. und 2) der babylonische Talmud (Babli) um 500 n.Chr.
Tanach Der Tanach (auch: jüdische Bibel) ist das wichtigste Schriftwerk im Judentum. Er setzt sich aus Tora (Lehre, Gesetz), Nebiim (Propheten) und Ketubim (Schriften) zusammen. Das Wort 'Tanach' ist die Aneinanderreihung der (hebräischen) Anfangsbuchstaben von Tora (Taw), Nebiim (Nun) und Ketubim (Kaph). Dem Tanach entspricht das Alte Testament der christlichen Bibel ohne die (deuterokanonischen bzw. apokryphen) Spätschriften.
Tauf-/Missionsbefehl  
Tempel Der Tempel von Jerusalem. Der erste Tempel wurde 587 v. Chr. durch die Babylonier zerstört; der zweite Tempel (erbaut 520-515) wurde ca. 70 n. Chr. zerstört. Der Tempel stellte den Mittelpunkt des religiösen Kultes in Israel dar. In ihm wurden die Kultfeiern durchgeführt und die Bundeslade aufbewahrt.
Tetragramm griech. tetragrammaton, Vierbuchstabenwort; der Gottesnamen wird im Hebräischen mit den vier Buchstaben JHWH (Jod, He, Waw. He ) geschrieben. Die Aussprache ist unsicher und wird etwa seit dem 3. vorchristlichen Jahrhundert vermieden. Das Verbot der Aussprache des Gottesnamens beruht auf einer strengen Auslegung von Lev 24,16.
Theodizeefrage (Kunstwort aus griech. theos, Gott, und dike, Recht) Frage nach der Rechtfertigung Gottes angesichts des unschuldigen Leidens der Menschen unter dem Bösen. Im engeren Sinne die Frage, wie Allmacht Gottes und Gerechtigkeit Gottes vereinbar sind, obwohl es doch ungerechtes Leiden gibt, das Gott in seiner Allmacht hätte verhindern können.
theokratisch,
Theokratie
(griech. theokratia, Gottesherrschaft) der Begriff begegnet zum erstenmal bei Josephus. Mit ihm bezeichnet er die Priesterherrschaft des judäischen Tempelstaates im Gegensatz zu den antiken Staatsformen der Monarchie, Aristokratie und Demokratie. Alle Gesetze werden auf Gott selbst zurückgeführt. Die Priester vermitteln den göttlichen Willen.
Theologie (griech. theos, Gott; und logos, Lehre) Denkbemühung, die den Zusammenhang und die Beziehung von Gott, Welt und Mensch erläutert und deren gegenwärtige Bedeutung hervorhebt.
Thronwagenvision Eine der Vier Visionen des Ezechiel (vgl Ez 1,1-3,15), in der er den Thronwagen Gottes und vier Wesen sieht, die später als Symbole für die Evangelisten interpretiert werden (Matthäus = Mensch (Engel), Markus = Löwe, Lukas = Stier, Johannes = Adler)
Toledot toledot bedeutet soviel wie "Geschlechtsgeschichte" oder "Geschlechterfolge". Die Toledotformel untergliedert das Buch Genesis nach der Geburt, bzw. dem Tod des jeweiligen Ahnherren in die Geschichte Terachs (Gen 11,27-32), die Geschichte Abraham (Gen 12,1-25,11), die  Geschichte Ismaels (Gen 25,12-25,18 ), die Geschichte Isaaks (Gen 25,19-35,29), die Geschichte Esaus (Gen 36,1-29) und die Geschichte Jakobs (Gen 37,2 bis 50,14).
Torá hebr. Weisung. Jüdisches Religionsgesetz, das die schriftliche Tora (Pentateuch, fünf Bücher Mose) und einen nicht exakt definierten mündlichen Teil (mündliche Tora) umfasst.
Totenfeldvision Eine der Vier Visionen des Ezechiel (vgl. Ez 37,1-14)
transzendentes
Gottesbild
(lat. transcendere, überschreiten) Transzendenz ist die Bezeichnung für den Bereich jenseits der Grenzen menschlicher Erfahrungen und menschlichen Bewusstseins, z.B. Gott (Gegenbegriff: Immanenz). Ein transzendentes Gottesbild verzichtet auf eine Darstellung Gottes, nach der er direkt in die sinnlich erfahrbare Welt eingreift, etwa durch Herabsteigen vom Himmel (Gen 11,5) oder das Festhalten der Sonne (Jos 10,13). Vielmehr wirkt Gott durch sein Wort, in Träumen u.a.
Tritojesaja griech. dritter Jesaja, wissenschaftl. Bezeichnung für Jes 56 - 66
Universalismus/
Partikularismus
Begriffspaar, das aus der hegelschen Geschichtsphilosophie stammt und die Vorstellungen, deren Gültigkeit auf ein Volk beschränkt bleiben (partikular), von denen unterscheidet, die für die ganze Menschheit (universal) gültig sind.
Urgeschichte, priesterliche Urgeschichte: man unterscheidet die Urgeschichte in die priesterliche und die nicht-priesterliche Urgeschichte. Durch ihre sprachlichen und inhaltlichen Eigentümlichkeiten leicht von der nicht-priesterlichen Urgeschichte abzugrenzen. Die priesterliche Urgeschichte endet mit der Einordnung Abrahams in die Genealogie Sems (10,26).
Urgeschichte, 
nicht-priesterliche
auch jahwistische Urgeschichte genannt, weil in ihr das Tetragramm (JHWH, gespr. Jahwe) bereits als Gottesnamen verwendet wird (Gen 4,26). Die Texte sind überwiegend Erzählungen, in denen menschliches Handeln und göttliche Reaktion geschildert werden. Claus Westermann bezeichnet die Erzählungen der jahwistischen Urgeschichte als Erzählungen von "Schuld und Strafe", aber es ist nicht immer von menschlicher Schuld die Rede, etwa in der Turmbauerzählung.
Urgemeinde Bezeichnung für die erste christliche Gemeinde, die sich nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi in Jerusalem gebildet hat. Die Apostelgeschichte nennt als Besonderheiten der Urgemeinde die Gütergemeinschaft und die Unterstützung der Armen, für die eigens sieben Männer (Diakone) gewählt wurden. Streitigkeiten innerhalb der Urgemeinde wurden auf dem Apostelkonzil (Apg 15) geklärt.
Vaterunser lat. paternoster; Gemeinsames Gebet aller Christen, das Jesus seine Jünger gelehrt hat (Mt 6.9-13; Lk 11,1-4). Im Vaterunser bekennen die Christen vertrauensvoll Gott als ihren Vater, Das Gebet besteht aus zwei Teilen: Den Du-Bitten, in denen die Christen um Gottes Verherrlichung bitten sowie den Wir-Bitten: Die Christen bitten um Gottes Hilfe in materieller und seelischer Not. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil beten auch die Katholiken zum Abschluss wieder den feierlichen Lobpreis (Doxologie) "Denn dein ist das Reich und die Kräh und die Herrlichkeit in Ewigkeit", der aus dem zweiten Jahrhundert stammt.
Vulgata (lat. vulgatus, allgemein bekannt) die lateinische Bibelübersetzung des Hieronymus (um 400 n. Chr.), die sich als Standardtext durchsetzte.
Weherufe Bei Lk werden die Seligpreisungen der Feldrede von Weherufe gegen die Reichen, die Satten, die Lachenden und die Angesehenen gefolgt.
weisseitliche Lehre Form des alttestamentl. Denkens. Weisheit (hebr. chokma) und weisheitlich bezeichnen hier eine Denk- und Sprachform, die die Ordnung der Welt aus der Perspektive menschlicher Erfahrung thematisiert. Merkmale: Intentionalität, Analogieschlüsse, Anschaulichkeit. Ziel: Erkennen der Regelhaftigkeit menschlichen Lebens, um mit Hilfe dieses Wissens selbst erfolgreich handeln zu können. (z.B. Sprüche)
"Wir-Bericht" Bestimmte Teile der Apostelgeschichte, die abweichend zum restlichen Text in Wir-Form geschrieben sind. Dadurch entsteht beim Leser der Eindruck ein Augenzeuge und evtl. Paulusbegleiter berichte. Vgl. Apg. 20,5; 21,1 u. 27,1. 
Zeichenhandlungen a) Joh nennt seine Wundergeschichten "Zeichen" (griech. semeia). Ihnen kommt eine hohe symbolische Bedeutung zu. Sie unterstreichen die Gottessohnschaft Jesu. Die Siebenzahl der Zeichen ist wahrscheinlich bewusst gewählt, ebenso die Abfolge der Wunderhandlungen. 
b) Zeichenhandlungen finden sich auch in den Lebensberichten der Propheten.
Zweiquellenhypothese Hypothese zur Erklärung der weitgehenden Übereinstimmungen der synoptischen Evangelien (Mt, Mk, Lk) nach Wortlaut, Inhalt und Aufbau.
1. Quelle: Mk; Mt und Lk haben Mk benutzt (z.B. Passionsbericht).
2. Quelle: Loggienquelle; die Übereinstimmungen zwischen Mt und Lk im Nicht-Markusstoff (z.B. Seligpreisungen) gehen auf die Loggienquelle zurück. 
  Verwendete Quellen für dieses Glossar:

http://www.theologie.tu-bs.de (29.10.04, 12.41h)

http://www.joerg-sieger.de/einleit/index/b_ind.htm

http://www.rpi-virtuell.de/start/Bibliothek/schlagwortkatalog.asp?

http://www.gemeinden-in-berlin.de/public_html/rubriken/schlaglichter/glaubens_abc/m.htm,

http://www.net-lexikon.de/

Betz, Hans Dieter (Hg.): Religion in Geschichte und Gegenwart: Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Tübingen 42003.

Hennig, Kurt: Jerusalemer Bibellexikon. Neuhausen_Stuttgart 41998.

Hauck,Friedrich/ Schwinge, Gerhard: Theologisches  Fach- und Fremdwörterbuch. Göttingern 81997.

Müller, Gerhard (Hg.): Theologische Realenzyklopädie. 1976ff. Berlin.